Der Wahlkreisrat

Wie repräsentativ ist unsere Demokratie?

Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Zwischen jedem Menschen in diesem Land und jeder Entscheidung im Bundestag steht nur eine Person — ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete. Was wäre, wenn Abgeordneten ein Instrument zur Verfügung stünde, mit dem sie zu jeder Frage ein solides, differenziertes Feedback aus ihrem Wahlkreis bekämen? Ein Feedback, das nicht dadurch zustande kommt, dass sich einzelne laute Stimmen zu Wort melden, sondern eines, das von ganz unterschiedlichen Menschen aus dem Wahlkreis zusammen erarbeitet wurde?

Genau dieses Instrument sind unsere gelosten Wahlkreisräte!

Der Wahlkreisrat

Ein Wahlkreisrat ist ein eintägiger Workshop, in dem bundespolitisch relevante Themen mit zufällig gelosten Einwohner*n und den im Bundestag für den jeweiligen Wahlkreis tätigen Abgeordneten diskutiert werden.

So funktioniert es:

Für einen Wahlkreis-Bürger*rat werden 35 Einwohner* aus dem jeweiligen Wahlkreis zufällig ausgelost. Gemeinsam diskutieren sie mithilfe professioneller Moderation ein konkretes, bundespolitsch relevantes Thema. Die Diskussion wird dabei mit Wissen von Expert*en des jeweiligen Themas angereichert. Was ist daran gut?

  • Bürger* erarbeiten gemeinsam ein differenziertes Bild darüber, wie sie zu einem Thema stehen.
  • Alle Stimmen werden gehört, denn nur so wird die wirkliche Vielfalt der Gesellschaft einbezogen.
  • Es entstehen konstruktive, handfeste Ideen und Handlungsvorschläge für die bundespolitische Arbeit.
  • Abgeordnete sitzen nicht auf der Bühne und stehen Rede und Antwort, sondern müssen sich zurückhalten und zuhören, was ihren Wähler*n wichtig ist. So bekommen sie wirkliche Einblicke in die Vielseitigkeit der Gesellschaft.
  • Abgeordnete UND Einwohner* erleben ein konstruktives Dialogformat. Konflikte können dadurch produktiv ausgehandelt werden, anstatt sie einzuebnen.
  • Die Einbeziehung regionaler Wissenschaftler* ermöglicht eine fundierte Diskussion.

Sie wollen, dass in Ihrem Wahlkreis ein Wahlkreisrat stattfindet?

Dann sprechen Sie Ihre Abgeordneten doch einfach an und geben Sie ihnen diesen Link. Wer sitzt für Sie im Bundestag? Das finden Sie hier: https://www.bundestag.de/abgeordnete Einfach Postleitzahl eingeben und schon sehen Sie alle Abgeordneten, die für Sie im Bundestag sitzen.

Sie sind Abgeordnete oder Abgeordneter und wollen in Ihrem Wahlkreis eine dialogorientierte und wissenschaftsbasierte Bürger*beteiligung durchführen?

Kontaktieren Sie uns und profitieren Sie von den langjährigen Erfahrungen in losbasierten Partizipationsmodellen unseres Walhkreisrat-Teams. Weiter unten erfahren Sie, was wir Ihnen bieten und wie Sie uns dabei unterstützen können.

Sie wünschen sich einen Wahlkreisrat, der Ihnen regelmäßiges Feedback gibt und Ihre Arbeit unterstützt? Dann kontaktieren Sie uns. Wir stellen Ihnen ein Konzept für einen Wahlkreisrat zusammen, der zu Ihrer Arbeitsweise passt.

Häufig gestellte Fragen

  • Warum der Wahlkreis und nicht meine Stadt oder Gemeinde?

  • Für uns ist der Wahlkreisrat ein Mittel, um deliberative und beratende Bürger*beteiligung direkt mit unserer repräsentativen Demokratie zu verbinden. Während es auf der Kommunalebene mittlerweile kaum noch Gemeinden gibt, die ihre Einwohner* nicht beteiligen, haben nur sehr wenige Menschen direkten Kontakt mit ihren Bundestagsabgeordneten. Wenn im Bundestag Entscheidungen getroffen werden, findet dies durch Abgeordnete statt, die in den wenigsten Fällen zuvor die Möglichkeit hatten, “ganz normale” Menschen aus ihrem Wahlkreis dazu zu befragen. Dies ist auf kommunaler Ebene eher gegeben. Wenn Sie möchten, dass in Ihrer Gemeinde ein Beteiligungsformat mit ausgelosten Einwohner*n stattfindet, kontaktieren Sie uns gerne. Unser professionelles Team greift dabei auf langjährige Erfahrung zurück und berät gerne auch Ihre Kommune dazu.

  • Was passiert, wenn der Wahlkreis das eine sagt, und die Fraktion aber was anderes?

  • Das wird immer wieder passieren. Zumindest wird durch einen Wahlkreisrat dieser Unterschied deutlich und kann entsprechend reflektiert werden. Für die Abgeordneten entsteht so ein klareres Bild davon, wie genau sich Positionen der Fraktion von der im Wahlkreis unterscheiden. Wiederholt sich dieses Szenario, ist es offensichtlich, dass eine Kluft besteht, die Handlungsbedarf erfordert. Wenn diese Kluft jedoch erst gar nicht bekannt ist, wird sie auch nicht angegangen.

  • Können denn 35 Teilnehmer* überhaupt einen Querschnitt abbilden?

  • Jein. Natürlich reichen 35 Teilnehmer* nicht aus, um beispielsweise sagen zu können, wie viel Prozent der Bürger* in einem Wahlkreis für oder gegen einen bestimmten Gesetzentwurf sind. Hierfür bräuchte man selbige Stichproben, die bei einer Wahlprognose nötig sind. Das Ziel unserer Veranstaltungen ist es aber auch nicht, in Prozenten ausdrücken zu können, wie viele Menschen für oder gegen etwas sind. Wir wollen ein möglichst vielfältiges Meinungsbild generieren und gleichzeitig Menschen mit verschiedenen Ansichten miteinander ins Gespräch bringen, um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Hierfür haben sich auch kleinere Gruppen als sehr sinnvoll erwiesen. Wir orientieren uns dabei sowohl an den langjährigen Erfahrungen in Planungszellen und anderen losbasierten Partizipationsverfahren, als auch an Beispielen aus anderen Ländern (z.B. Kanada) und eigenen Erlebnissen.

  • Ist ein Wahlkreisrat dasselbe wie eine Planungszelle?

  • Nein. Grundsätzlich haben Wahlkreisrat und Planungszelle eine Reihe von Gemeinsamkeiten: Die zufällige Auswahl der Teilnehmer*, die Begleitung durch Fachexpert*en und Moderator*en, sowie das generelle Ziel, nicht nur Meinungen sichtbar zu machen, sondern auch auf ein gemeinsames Ergebnis hin zu arbeiten. Es gibt jedoch auch eine Reihe wichtiger Unterschiede:

    1. Ein Wahlkreisrat ist eine eintägige Veranstaltung, während Planungszellen meist mehrere Tage umfassen. Für uns ist aber das Beisein der Abgeordneten sehr wichtig und ein mehrtägiges Verfahren wäre hier schwer durchführbar.
    2. Planungszellen dienen meist dazu, sogenannte Bürger*gutachten zu erstellen. Im Wahlkreisrat ist die Ergebnisform offener. Hier ist uns vor allem der Dialog wichtig, damit Abgeordnete einen besseren Eindruck der vielfältigen Meinungen in ihrem Wahlkreis bekommen.
    3. Für Planungszellen werden die Teilnehmer* von der Arbeit freigestellt und bekommen eine Aufwandsentschädigung. Bei einem Wahlkreisrat gibt es im Normalfall keine Freistellung von der Arbeit, es sei denn, dies ist für einzelne Teilnehmende notwendig. In diesem Fall versuchen wir, dies zu ermöglichen. Anstelle einer Aufwandsentschädigung gibt es ein kleines Dankeschön.

Informationen für Abgeordnete

  • Was bekommen Abgeordnete geboten?

    • Organisation des Workshops (Raumbuchung, Catering etc. — wenn gewünscht auch gerne in Zusammenarbeit mit dem Wahlkreisbüro)
    • inhaltliche Vorbereitung des Workshops
    • Bereitstellung der professionellen Moderation
    • Rekrutierung der ausgelosten Teilnehmenden (durch u.a. persönliche Kontaktaufnahme)
    • Recherche und Einladung von regionalen Wissenschaftler*n nach internem Kriterienkatalog
    • Zusammenstellung von Informationsmaterial für den Workshop
    • Verfassen von Pressetexten
    • Ausführliche Dokumentation des Workshops (mindestens Text und Foto, auf Wunsch auch Videodokumentation)
    • Evaluation des Workshops
    • Veröffentlichung auf unserer Internetseite
    • Suche und Abwicklung von Fördermitteln
    • mediale Aufarbeitung durch Foto/Video-Team für PR und Pressearbeit (optional)
  • Welche Aufgaben kommen bei einem Wahlkreisrat auf Abgeordnete zu?

  • Abgeordnete:

    1. Ein Vorgespräch über das Thema und die Erwartungen an den Workshop Ihrerseits
    2. Anwesenheit bei dem Workshop. Ein Samstag von ca. 10 Uhr bis 19 Uhr. Die Teilnahme am Vormittag ist optional.
    3. Ein Feedback nach dem Workshop über Ihre Eindrücke
    4. Ein Follow-up zu einem relevanten Zeitpunkt (themenabhängig), z.B. in Form eines Blogbeitrags oder Interviews

    Durch das Wahlkreisbüro:

    1. Bekanntmachung der Veranstaltung im Vorfeld, insbesondere über soziale Medien

    2. Unterstützung bei der Beschaffung der Datensätze für die Zufallsauswahl aus den Melderegistern

    3. Hilfe bei der Kontaktaufnahme von ausgelosten Einwohner*n

    Gerne:

    1. Rundfahrt der Abgeordneten im Wahlkreis (ein Nachmittag) zu ausgelosten Teilnehmer*n, um sie von der Teilnahme zu überzeugen

    2. Absprache mit weiteren Abgeordneten des Wahlkreises, ggf. gemeinsames Vorgehen

    3. Aktive Social-Media-Berichterstattung auch während des Workshops

    4. Pressetermin im Vorfeld des Workshops

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